Ombudsstelle

Informationsblatt zur Ombudsstelle des Fachverbandes EMDR Schweiz

EMDR Schweiz
Reglement September 2008

[1] Die Ombudsstelle ist zuständig für die Behandlung von Anregungen und Beschwerden, die sich auf das berufsethische Verhalten einzelner Mitglieder bezieht. Sie hat für die Ansprechpersonen lediglich beratende Funktion und ist nicht befugt, Entscheide zu fällen. Sie versucht - insbesondere bei Unstimmigkeiten aus einer therapeutischen Beziehung - zwischen den Mitgliedern und den BeschwerdeführerInnen zu vermitteln.

[2] Für die Ombudsstelle werden so viele Personen gewählt, dass je eine männliche bzw. weibliche Person und jeweils mindestens eine Person mit französischer und deutscher Sprache zur Verfügung steht. Die Mitglieder der Ombudsstelle werden für die Dauer von 4 Jahren durch die Mitgliederversammlung gewählt. Die Mitglieder der Ombudsstelle können nicht gleichzeitig Vorstandsmitglieder von EMDR Schweiz sein.

[3] Die Grundsätze des Verfahrens vor der Ombudsstelle sind in einem Informationsblatt festgehalten, welches vom Vorstand beschlossen wird.
 
[4]  Die Ombudsstelle erstattet der Mitgliederversammlung Bericht über ihre Tätigkeit.

Die Ombudsstelle des Fachverbandes EMDR Schweiz ist zuständig für Anregungen und Beschwerden, die sich auf das berufsethische Verhalten einzelner Mitglieder des Fachverbandes EMDR Schweiz (als TherapeutInnen, SupervisorInnen, BeraterInnen, GutachterInnen usw.) beziehen. An die Ombudsstelle können sich auch Personen wenden, die Vereine, Verbände, Institutionen usw. vertreten.

Der Hauptzweck der Intervention der Ombudsstelle ist, blockierte Auseinandersetzungen ohne zusätzlichen Druck auf eine der Parteien wieder in Bewegung zu bringen. Die Vermittlung ist ein Versuch, Lösungen zu finden, die von beiden Seiten akzeptiert werden können im Sinne einer Schlichtung oder Mediation.

Voraussetzung für eine Beschwerde an die Ombudsstelle ist in der Regel, dass der aktuelle Konflikt bereits unter den KonfliktpartnerInnen verhandelt worden ist, ohne dass bisher eine einvernehmliche Lösung gefunden werden konnte. Falls das nicht möglich ist,  geht die Ombudsstelle auch ohne diese Voraussetzung auf eine Beschwerde ein.

Die Ombudsstelle kann nicht beigezogen werden, falls zur gleichen Frage bereits eine gerichtliche Auseinandersetzung im Gange ist oder falls das Problem bereits von einer Standeskommission eines Verbandes behandelt wird.

Mit der Entscheidung, die Vermittlung der Ombudsstelle zu beanspruchen, verpflichten sich die Mitglieder des Fachverbands und die BeschwerdeführerIn, der Ombudsstelle die verlangten Informationen zur Verfügung zu stellen. Unabhängig davon, ob eine Vermittlung notwendig ist, werden Mitglieder der Fachgesellschaft in der Regel informiert, wenn über sie eine Beschwerde eingeht.

In Konflikten mit Mitgliedern der Fachgesellschaft verlangt die Ombudsstelle von den Beschwerdeführern eine Erklärung, dass die Mitglieder der Fachgesellschaft von der beruflichen Schweigepflicht befreit sind, soweit dies für die Vermittlung nötig ist.

Die Ombudsstelle kann nicht über den Ausgang von Auseinandersetzungen entscheiden. Sie kann z.B. keine Sanktionen aussprechen oder keine Beschwerden zurückweisen. Die Konfliktparteien entscheiden, ob sie die Vermittlungsvorschläge akzeptieren. Die Ombudsstelle weist darauf hin, wenn sie den Eindruck hat, dass bestimmte Vereinbarungen ungerechtfertigte Nachteile für eine der Parteien mit sich bringen. Falls die Vermittlung scheitert, formuliert die Ombudsstelle Vorschläge für das weitere Vorgehen. Nach dem Abschluss der Vermittlung kann die Ombudsstelle von sich aus weitere Überlegungen, Schlussfolgerungen, Anregungen formulieren, die sich auf den Konflikt beziehen. Nur soweit diese für die Verbandsarbeit von EMDR Schweiz von allgemeinem Interesse sind, werden sie dem Vorstand mitgeteilt. Sie werden in diesem Fall wo nötig anonymisiert. Im jährlichen Rechenschaftsbericht werden grundsätzlich nur die Anzahl und das allgemeine Thema der Beschwerden referiert. Abgesehen von diesen Fällen gibt die Ombudsstelle keine Informationen an Drittpersonen weiter. Die Akten werden während 5 Jahren aufbewahrt.

Vom Vorstand EMDR Schweiz beschlossen am 10. September  2008